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Pressemitteilung

Die Aktion Disco-Fieber: Basis-Info

11. April 2016

Basis-Info Disco-Fieber
Die etwas andere Aktion zur Verkehrssicherheit für Jugendliche und junge Erwachsene

Mobilität hat für junge Menschen einen hohen Stellenwert, vor allem in der Freizeit. Am Wochenende ist man häufig nachts mit dem Auto als Fahrer/in oder Beifahrer/in unterwegs zwischen Verabredungen, Partys, Diskotheken. Je fortgeschrittener der Abend, umso größer werden die Risiken im Straßenverkehr, ausgelöst durch Selbstüberschätzung, Gruppendynamik, hohe Geschwindigkeiten, Alkohol, Übermüdung und anderes, z. B. Handynutzung. Nahezu die Hälfte aller Verkehrsunfälle von Fahrer/innen der Altersgruppe 18 bis 25 Jahre ereignet sich an Wochenenden, in der Nacht oder den frühen Morgenstunden; „Disco-Unfälle“ nennt sie die Polizei.

Die Zahl der Menschen, die bei Verkehrsunfällen in Bayerns ums Leben kamen, hat heute den niedrigsten Stand seit Wiederaufnahme der Statistik im Jahr 1953 erreicht. Die rückläufigen Zahlen sind neben erheblichen technischen Verbesserungen unter anderem den zahlreichen Aktionen zur Verkehrssicherheit zu verdanken. Noch immer aber sind junge Fahrer/innen eine besonders gefährdete Gruppe. Während der Anteil der 18 bis 25-Jährigen an der Gesamtbevölkerung ca. 8% beträgt, macht ihr Anteil bei Verkehrsunfällen etwa 20 % aus.

Im Jahr 2015 kamen 94 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 25 Jahren auf Bayerns Straßen ums Leben. Glücklicherweise hat sich damit der Trend der Vorjahre fortgesetzt. Dennoch bleibt viel zu tun: Jede/r Getötete, jede/r Verletzte im Straßenverkehr ist einer zu viel.

Was ist Disco-Fieber?

Die Aktion Disco-Fieber setzt sich ein für mehr Sicherheit von jungen Menschen im Straßenverkehr. Was im Jahr 2000 in Schrobenhausen als Bürgerinitiative nach mehreren tragischen Disco-Unfälle begann, ist heute unter Leitung des Zentrums für Prävention und Gesundheitsförderung eine bayernweite Aktion. Zielgruppe sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 25 Jahren, insbesondere die meist 18-jährigen Fahranfänger/innen, aber auch jugendliche Bei- und Mitfahrer/innen, die einen erheblichen Einfluss auf den/die Fahrer/in ausüben können. „Risikokompetenz“ ist das Stichwort.

Im Zentrum steht die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Sie soll Jugendliche dazu befähigen, ihre Risiken im Straßenverkehr zu erkennen und dadurch zur Übernahme von Verantwortung bewegen. Disco-Fieber betont die emotionale Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen und zielt dabei auf die Entwicklung sozial verträglicher Handlungskompetenzen, speziell für die Teilnahme am Straßenverkehr.

Prävention durch eine positive Botschaft: „Übernimm Verantwortung für dich und andere – Wir brauchen Dich auch morgen“

Unter diesem Motto wird ein positives Lebensgefühl bei der jugendlichen Zielgruppe angestrebt. Den jungen Menschen wird im Rahmen der Aktion aufgezeigt, welche Folgen das Eingehen von Risiken im Straßenverkehr besonders bei Disco-Fahrten für sie selbst, für ihre Familie, Freunde und diejenigen hat, die zuerst an der Unfallstelle eintreffen, wie Feuerwehrleute, Rettungsdienst, Polizei und Notfallseelsorge bzw. Krisenintervention. Genau diese Einsatzkräfte sind es, die vor Ort gemeinsam nach der Idee von Disco-Fieber mit den Jugendlichen arbeiten. Sie gestalten Aktionstage an Schulen, Berufsschulen, Fahrschulen, mit Vereinen, Betrieben oder Feuerwehren. Die Aktionstage rufen Emotionen wach, sie erzeugen Nachdenklichkeit und liefern Anknüpfungspunkte für das Gespräch mit den jungen Erwachsenen. Große Bedeutung kommt den Nachbereitungen zu, d.h. der Auseinandersetzung der Jugendlichen mit dem Thema in Form von Aufsätzen, Gruppenarbeiten, Diskussionen oder weiterführenden Aktionen.

Bayernweit unterwegs

Seit 2003 ist Disco-Fieber in ganz Bayern aktiv, bis 2012 unter Koordination der LZG, gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, seit 2013 im neuen Bayerischen Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Durch die Zusammenarbeit mit überregionalen Einrichtungen, z.B. dem Landesverband Bayerischer Fahrlehrer, wird eine größtmögliche Verbreitung der Disco-Fieber-Idee angestrebt. Vor Ort engagieren sich zahlreiche Feuerwehrleute, Rettungsdienste, Polizei, Notfallseelsorge, Juristen und andere für Disco-Fieber – und das meist ehrenamtlich!

Weitere Informationen zur Aktion Disco-Fieber gibt es unter www.disco-fieber.de