Startseite > Die Aktion > Wie alles begann

Wie alles begann

Bergung eines Unfallopfers durch die Feuerwehr

Eine Gemeinde will ihre Jugend schützen - und gründet im Januar 2000 den Arbeitskreis Disco-Fieber. Was in Schrobenhausen als Initiative engagierter Bürgerinnen und Bürger nach tragischen Disco-Unfällen begann, ist heute eine bayernweite Aktion. Und das Netzwerk wächst weiter!

Die Betroffenheit war groß in Schrobenhausen, als in den Jahren 1998/1999 innerhalb weniger Monate mehrere junge Menschen bei Disco-Unfällen ums Leben kamen oder schwerste Verletzungen erlitten. Mit der Betroffenheit über die Schicksale wuchs in der Gemeide der Wille, das Risiko von Disco-Unfällen nicht einfach hinzunehmen.

Arbeitskreis Disco-Fieber in Schrobenhausen

Jugendliche und ihre Eltern, Betroffene, Vertreter von Jugendzentren, Jugendparlament, Kirche, Schulen, Polizei, Freiwilliger Feuerwehr, Bayerischem Roten Kreuz, Gebietsverkehrswacht, örtlicher Presse, Stadt und Landkreis gründeten Anfang 2000 den "Arbeitskreis Disco-Fieber". Gemeinsam haben sie in und um Schrobenhausen zahlreiche Aktionen durchgeführt, die junge Verkehrsteilnehmer an ihre Verantwortung erinnern - ohne den sprichwörtlich "erhobenen Zeigefinger". Ihr Motto "Wir brauchen dich auch morgen!" steht heute landesweit für Disco-Fieber.

Disco-Fieber bayernweit

Die Landeszentrale für Gesundheit hat Disco-Fieber von Anfang an beratend begleitet und mehr als 10 Jahre erfolgreich für die bayernweite Verbeitung des Konzepts gesorgt, immer gefördert durch das Bayerische Gesundheitsministerium. Seit Januar 2013 koordiniert nun das neue Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung im Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit die Aktion.

Lokal und regional unterstützen wir die Bildung neuer Arbeitskreise mit Hilfe engagierter Bürger, Vereine und Verbände; mehr als 40 sind es inzwischen. In Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten werden Aktionstage für Jugendliche und junge Erwachsene organisiert, veranstaltet an Schulen, Fahrschulen oder in Betrieben. Und durch die Zusammenarbeit mit überregional arbeitenden Einrichtungen wird eine größtmögliche Wirkung in der Fläche angestrebt. Entstanden ist ein großartiges Netz von Partnern, das weiter wächst.

"Ein intensiver, sehr authentischer Dialog zwischen Jugendlichen mit starker präventiver Wirkung"

Der Schrobenhausener Arbeitskreis ist nach wie vor aktiv, mit Mitgliedern der ersten Stunde und mit neuen Gesichtern - und immer wieder mit neuen Ideen für Disco-Fieber in Stadt und Landkreis. Dieses Engagement hat auch bundesweit Beachtung gefunden.

Disco-Fieber belegte den 2. Platz im Deutschen Bürgerpreis 2010, dem größten bundesweiten Ehrenamtspreis. „Retten, helfen, Chancen schenken“ war das Motto des Wettbewerbs gewesen, an dem sich 1.200 Initiativen aus ganz Deutschland beteiligt hatten.

Die Zukunft der Ehrenamtskultur in Deutschland hängt ganz wesentlich von den jüngsten Freiwilligen ab – und sie sind es auch, die oftmals ganz neue Impulse geben. Gleichzeitig dienen sie anderen als Vorbild und lernen, Verantwortung zu übernehmen … Die Jury zeichnet das Projekt Disco-Fieber mit dem 2. Preis des Deutschen Bürgerpreises 2010 in der Kategorie U21 aus, weil diese Initiative einen intensiven, sehr authentischen Dialog zwischen Jugendlichen zum Thema Alkohol im Straßenverkehr befördert und somit eine starke präventive Wirkung entfaltet.

Deutscher Bürgerpreis 2010, Begründung der Jury

Preisträger des Deutschen Bürgerpreises für die Aktion Disco-Fieber in Schrobenhausen beim Gruppenfoto

Freude über den Deutschen Bürgerpreis für die Aktion Disco-Fieber in Schrobenhausen: Hans Tomani, Direktor der Stadtsparkasse und Zweite Bürgermeisterin Inge Eberle zusammen mit Bärbel Kummeth, Stefanie Leiprecht (Jugendfeuerwehr Schrobenhausen), Matthias Mesch (Jugendparlament Schrobenhausen), Dr. Anton Euba (Sprecher der Aktion Disco-Fieber) und Tamara Schmidt, die sich gemeinsam im Arbeitskreis Disco-Fieber in Schrobenhausen engagieren.